Meitner, Lise

Geburtsdatum: 07.11.1878
Geburtsort: Wien
Sterbedatum: 27.10.1968
Sterbeort: Cambridge

Elise „Lise“ Meitner

Kurzbiographie

Lise Meitner war eine einflussreiche Physikerin des 20. Jahrhunderts und maßgeblich an der Entdeckung und Erforschung der Kernspaltung beteiligt. Sie formulierte als erste eine Theorie der Spaltung von Uran-Atomkernen. Zusammen mit Otto Hahn und Fritz Strassmann forschte sie an Transuranen und erhielt dafür 1966 den Enrico-Fermi-Preis. 

Meitner wuchs in Wien als drittes von insgesamt acht Kindern jüdischer Eltern auf. Mit der Machtübernahme der NSDAP in Deutschland und der zunehmenden Verfolgung der Juden floh sie 1938 nach Schweden. Sie selbst wurde allerdings, wie auch ihre Geschwister, protestantisch erzogen und ließ sich 1908 taufen.

Zunächst, auf Bitten des Vaters, das Lehrer-Examen für Französisch absolvierend, schrieb sie sich 1901 an der Universität Wien ein. Offiziell studierte sie dort Philosophie. Allerdings besuchte sie zusätzlich zahlreiche Kurse in Physik, Mathematik, Chemie und Botanik. Meitner interessierte sich offenkundig sehr für Naturwissenschaften und brachte hierfür auch eine große Begabung mit. Bereits fünf Jahre später wurde sie in Physik promoviert.

1907 wechselte sie an das Chemische Institut Berlin, wo sie für Max Planck arbeitete und auch ihren jahrelangen wissenschaftlichen Partner Otto Hahn kennenlernte. Hier sollte sie mehr als ein Jahrzehnt arbeiten, forschen und lehren und wurde Deutschlands erste Professorin für Physik.

Trotz Entzugs ihrer Lehrbefugnis durch das Berufsbeamtengesetz von 1933 unterrichtete sie am nicht-staatlichen Kaiser-Wilhelm-Institut weiter. Hier forschte sie noch bis 1937 an Transuranen. 1938 dann annektierte Deutschland Österreich, Meitner erhielt dadurch die Deutsche Staatsbürgerschaft. Für sie als gebürtige Jüdin war das ein Fluch, und so floh sie mit der Hilfe Otto Hahns im Juli 1938 nach Schweden.

Ende des gleichen Jahres korrespondierte Hahn an Lise Meitner. Er hatte in Experimenten festgestellt, dass schwere Atomkerne „zerplatzen“, wenn man sie mit Neutronen beschießt. Das war insofern bemerkenswert, weil sich Hahn lediglich ihr anvertraute, nicht jedoch seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern. Meitner bezog zu diesem Phänomen Stellung und legte gemeinsam mit Otto Frisch dar, dass es beim Versuch zu einer Kernspaltung kam. Auch berechneten die beiden, dass bei der Spaltung eines einzigen Kerns eine Differenz von 200 Millionen Elektronenvolt an Energie frei wurde. 

Diese Erkenntnis trug schließlich maßgeblich zum Streben bei, eine Atombombe zu entwickeln. Meitner selbst weigerte sich jedoch vehement, der Aufforderung der USA nachzukommen und eine solche zu bauen. Stattdessen blieb sie in Schweden, wo sie weiterhin lehrte.

Nach ihrem 80. Geburtstag zog Meitner noch einmal um und lebte fortan in Cambridge bei ihrem Neffen Otto Frisch. Hier starb sie auch im Alter von 89 Jahren.

Lebenslauf

Familie

Eltern: Philipp Meitner, Hedwig Meitner-Skovran

Geschwister: 7

Lebensgefährt/in:

Kinder: 

Enkel:

Letzte Ruhestätte

Ort: Bramley, Hampshire

Art: Sarg

Talente, Besonderheiten, Ehrungen & Mehr

  • 1926: Mitglied der Leopoldina
  • 1948: Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, erstes korrespondierendes weibliches Mitglied
  • 1949: Max-Planck-Medaille
  • 1955: auswärtiges Mitglied der Royal Society in London
  • 1955: Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik
  • 1956: Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin
  • 1956: Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste
  • 1960: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
  • 1966: Enrico-Fermi-Preis
  • 1967: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst

 

Bemerkenswert ist ferner, dass Lise Meitner Zeit Ihres Lebens ganze 49 Mal für einen Nobelpreis (Chemie oder Physik) vorgeschlagen wurde, unter anderem von Otto Hahn, Max Planck und Niels Bohr. Zugesprochen wurde er ihr jedoch kein einziges Mal. 

Zitate

„Hahn hat sicher den Nobelpreis für Chemie voll verdient, da ist wirklich kein Zweifel. Aber ich glaube, dass Frisch und ich etwas nicht Unwesentliches zur Aufklärung des Uranspaltungsprozesses beigetragen haben – wie er zustande kommt und daß er mit einer so großen Energieentwicklung verbunden ist, lag Hahn ganz fern.“

“A physicist who never lost her humanity”

Metadaten

Quellen

Inhalt: Wikipedia

Titelbild von Harris & Ewing – https://commons.wikimedia.org/, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=153466297

Bild links von Smithsonian Institution – Flickr: Lise Meitner (1878-1968), lecturing at Catholic University, Washington, D.C., 1946, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18386027

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